Adirondack - diese leicht unförmig auszusprechende Amtrak-Zuglinie hat mich langsam aber sicher nach Kanada gebracht. Alles in allem hat es knapp 12 Stunden gedauert. Es ist so ein Zug wo man vorne aussteigt zum Blumen pflücken und dann beim letzten Waggon wieder zusteigt und es ist nichts passiert. Aber genau richtig nach dem hektischen New York - Trip, Wasser und Wald beruhigen. Nach der New York Attitude - also mehr cool und tough, nicht unbedingt freundlich, erlebt man in Montréal das Gegenteil. Gleich bei der Taxifahrt vom Bahnhof zum Hotel ist mir das beim Fahrer aufgefallen. Erstens hat er meinen Koffer in den Kofferraum gehoben, zweitens hat er wegen einer Studenten-Demo, die protestieren seit über einer Woche täglich gegen höhere Studiengebühren, gemeint ich soll das letzte Stück laufen sonst kostet mich das 10 Dollar mehr und drittens ist er auf der Seite der Demonstranten. Mehr Europa und weniger USA - hat er gesagt. Tagsüber habe ich festgestellt, Montréal ist eine smarte Stadt. Very arty, mehr Bistros und Cafés, kleine Stores und es riecht besser. Man merkt gleich dass hier die Franzosen ihre Finger im Spiel (gehabt) haben.
2012/05/30
2012/05/28
Coney Island, Blip Festival and Memorial Day
Jetzt ist es fix, ich werde bei den Olympischen Spielen in London im "Gehen" an den Start gehen.. Das sieht zwar blöd aus tut aber auch weh. Deswegen habe ich Manhattan verlassen und bin gestern nach Brooklyn auf Coney Island, der Donauinsel inklusive Würstelprater der New Yorker. Heute ist Memorial Day, das Gedenken an die Kriegsgefallenen, und der wird in den USA dementsprechend pathetisch gefeiert. Ich finds lustig, hier treiben sich zig Matrosen und andere Militärs in der Stadt herum. Hab zufällig ein Konzert der Matrosen-Dixie-Band am Times Square mitbekommen, Riesenwirbel! Auf jeden Fall sperren am Memorial-Weekend die Strände und Bäder auf, kurz, der Sommer ist eröffnet! Und nachdem es in den letzten beiden Tagen sonnige 25 Grad gehabt hat, also 80 Grad Fahrenheit (minus 30 durch 2), bin ich etwas rot im Gesicht und frage mich ob mir bald die Haut abgeht. Apropos eitel. Vor Coney Island war ich ja noch in Williamsburg/Queens und hab mir die Hipsters mit ihren Radln angesehen. Darauf hin bin ich mit dem Schiff den East River wieder zurück nach Manhattan, weil ich hab da kein Radl und zu Fuß gehen.. Höher als durchschnittlich war die Schnauzbart-Dichte dann auch beim `Blip-Festival´ gestern Abend im Gramercy Theatre, 750 Meter von meinem Hotel. `Rising from the ashes of antiquated computers and forgotten video consoles comes the audio/visual onslaught that is Blip Festival´. D.h. es sind je nachdem DJs und Musiker-Combos auf der Bühne gestanden, wo zumindest einer einen alten Game Boy in der Hand gehalten hat. Ausgehend von den alten Spiele-Melodien der Analogzeiten gabs im 40 Minuten-Takt die Techno, Pop und Metal - Digitalisierung zu hören und sehen. Chip Music! Bei Vorzeigen eines Game Boy - Rabatt beim Eintritt. Dazu die Visuals im verpixelten (Super-) Nintendo-Style.. Einfach großartig!
2012/05/26
New York City
Nach 9 Stunden Flug und 2 Stunden Anstehen bei den (elektronischen) Fingerabdrücken inklusive Passkontrolle hab ich sie erreicht, die Hauptstadt der Welt - New York. Seitdem erinnert mich mein Schlafrhythmus an die der Radiozeit. Ja, es gibt ihn den Jetlag. Seit 4:52 am bin ich jetzt schon munter. Aber das macht nichts, diese Stadt schläft wirklich nicht. Nach einer morgendlichen Zigarette vor dem Hotel, Rauchen darf man hier nur mehr im Freien aber nicht in Parks, sind mindestens 15 yellow cabs an mir vorbei gefahren und ebenso viele Betrunkene an mir vorbei gegangen. Aber nichts gegen den Trubel auf der 5th Avenue oder am Times Square gestern. Bin dann etwas ausgewichen Richtung Gramercy und Greenwich Village - ja hier lieben die New Yorker ihre Hunde und ihre Bio-Läden. Sehr schöne Menschen gibts da und selbst die Hundescheiße riecht nach Rosen. Hier gibts alles - und von allen Menschen sehr viele. Das ist sehr interessant, zwischendurch aber auch etwas anstrengend. Um die Massen und den Jetlag in den Griff zu bekommen nehme ich mir ein Beispiel an einem New Yorker der alles richtig macht.